Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten finden!

Approbierte Psychotherapeuten

Viele psychische Störungen sind heute gut zu behandeln. Allerdings ist es nicht immer leicht, einen qualifizierten Psychotherapeuten zu finden oder ihn von anderen, weniger qualifizierten Anbietern zu unterscheiden. 

Seit 1999 ist die Bezeichnung "Psychotherapeut" gesetzlich geschützt, um eine qualitativ hohe Versorgung zu sichern. Das Psychotherapeutengesetz legt fest, dass sich nur derjenige "Psychotherapeut" nennen darf, der eine "Approbation" besitzt, also über eine staatliche Erlaubnis verfügt, diesen "Heilberuf" auszuüben. Eine Approbation als "Psychologischer Psychotherapeut" erhält,

  • wer ein Diplom oder Master-Psychologiestudium (Schwerpunkt "Klinische Psychologie") absolviert hat und
  • wer zusätzlich eine psychotherapeutische Ausbildung an einem staatlich anerkannten Ausbildungsinstitut abgeschlossen hat. Diese ist entweder durch eine dreijährige Vollzeitausbildung oder eine fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung zu erlangen.

"Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut" können neben Diplom oder Master-Psychologen auch Diplom oder Master-Pädagogen und Diplom oder Master-Sozialarbeiter werden, die eine anerkannte psychotherapeutische Ausbildung absolviert haben. 

Schließlich sind auch Ärzte psychotherapeutisch tätig, wenn sie eine entsprechende Weiterbildung in Psychotherapie abgeschlossen haben. Die "ärztlichen Psychotherapeuten" sind an ihrer Facharztbezeichnung zu erkennen (z.B. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Facharzt für psychosomatische Medizin).

Approbierte Psychotherapeuten tragen die Berufsbezeichnung:

  • Psychologischer Psychotherapeut(in) oder
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut(in),

Wo finde ich approbierte Psychotherapeuten?

  •  in psychotherapeutischen Praxen
    Die meisten niedergelassenen Psychotherapeuten, die in einer eigenen Praxis arbeiten, verfügen über eine so genannte "Zulassung" durch die "Kassenärztliche Vereinigung" (KV), das heißt sie sind berechtigt, mit den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Es gibt jedoch auch approbierte Psychotherapeuten, die in freier Praxis arbeiten, da die Zulassung durch die KV begrenzt ist. Sie können nur privat abrechnen.

  • in psychosozialen Beratungsstellen
    Psychotherapie ist für Menschen gedacht, die an einer psychischen Störung leiden und krank sind. Daneben kann es aber sinnvoll sein, z.B. in Lebenskrisen, bei Partnerschafts- und Erziehungsproblemen eine psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen. Psychosoziale Beratungsstellen werden von Städten und Gemeinden, Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden getragen. Auch dort arbeiten qualifizierte Berater, neben Sozialarbeitern und Sozialpädagogen auch Psychotherapeuten. Ihre Gesprächangebote sind meist kostenlos.

    Psychosoziale Beratung bieten Beratungsstellen an. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie im örtlichen Telefonbuch unter Beratung oder online im Beratungsführer unter www.dajeb.de

  • in stationären Einrichtungen
    Manchmal können Menschen in extreme seelische Krisen geraten, in denen ambulante Hilfen nicht ausreichend sind. Bei akuten Belastungen aus der stressigen Situation "raus" zu kommen, eine Auszeit zu haben, die nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich ist. Dies kann bei manchen schwierigen zwischenmenschlichen oder seelischen Problemen zusätzlich hilfreich sein. Ob eine stationäre Behandlung notwendig und hilfreich ist und in welcher Art von Klinik jemand am besten versorgt wird, sollte dann jeweils im Einzelfall überlegt werden. Lassen Sie sich zunächst von einem Psychotherapeuten Ihres Vertrauens beraten.

    Ein weiterer Grund für eine stationäre Behandlung sind Selbstmordabsichten (siehe oben) oder aber auch der intensive Wunsch, anderen etwas zu zufügen. In diesem Fall ist neben dem Schutz (vor einem selbst bzw. der anderen) auch eine räumliche Distanz notwendig.

    Stationäre Behandlungsmöglichkeiten bieten Psychiatrische Kliniken und Fachkrankenhäuser, Psychosomatische Kliniken und Rehabilitationskliniken. Dort werden Ihnen Hilfen innerhalb eines sog. Behandlungsteams, dem auch approbierte Psychotherapeuten angehören, angeboten. Oft ist es sinnvoll, im Anschluss an eine stationäre Behandlung eine weiterführende ambulante Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. In der Regel sollte diese bereits in der Klinik eingeleitet werden.

Wie ist es mit Psychotherapie durch Heilpraktiker oder andere Anbieter?

Heilpraktiker verfügen über keine Approbation, sondern über eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Zum Erhalt dieser Erlaubnis muss der Antragsteller das 25. Lebensjahr vollendet haben, mindestens eine abgeschlossene Volksschulbildung (wenigstens den Hauptschulabschluss) nachweisen, sittlich zuverlässig sein, in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs geeignet sein und bei der Überprüfung seiner Kenntnisse und Fähigkeiten durch das Gesundheitsamt nachweisen, dass die Ausübung der Heilkunde durch ihn keine Gefahr für die Volksgesundheit bedeutet.

Heilpraktiker mit einer umfassenden Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde dürfen körperliche und seelische Leiden feststellen und eine eigene Therapie auch mit körperlichen Behandlungen durchführen. Sie wenden für Diagnose und Therapie häufig Methoden der Naturheilkunde oder der Alternativmedizin an.
Manche Heilpraktiker verfügen lediglich über eine eingeschränkte Heilkundeerlaubnis auf dem Gebiet der Psychotherapie. Bei Heilpraktikern für Psychotherapie ist nicht sichergestellt, dass sie ausreichend qualifiziert sind, um psychische Krankheiten mit wissenschaftlich anerkannten Methoden zu behandeln. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist die psychotherapeutische Behandlung durch Heilpraktiker keine „Kassenleistung“. Heilpraktiker dürfen sich nicht als Psychotherapeuten bezeichnen. Sie nennen sich deshalb oft „Heilpraxis für Psychotherapie“ oder „Heilpraktiker für Psychotherapie“.

Andere Anbieter kündigen vielfach im Web oder in Branchenfernsprechbüchern Beratungsleistungen an und nennen sich beispielsweise "Psychologischer Berater". Bei deren Leistungen handelt es sich weder um psychotherapeutische Angebote noch um psychologische Beratungsleistungen, die einer einheitlichen Ausbildung oder Anerkennung bedürfen. Auch wenn teilweise qualifiziertere Ausbildungsangebote über Institute existieren, kann man sich bereits als "Psychologischer Berater" bezeichnen, wenn man an einem Wochenendseminar teilgenommen hat.

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Sollten Sie noch Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle unserer Kammer 0681 - 9545556 oder an die KV des Saarlandes, Telefon 0681- 4003-0 

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